Autogas Probleme - Wenn das Gas-Auto kein Gas mehr gibt!
In Zeiten hoher Benzinpreise steigen immer mehr Autofahrer auf das günstige Autogas um. Dieses Gemisch aus Propan und Butan ist der derzeit billigste Kraftstoff und verbrennt sehr umweltfreundlich. Doch die Fahrer klagen auch regelmäßig über Autogas-Probleme.
An erster Stelle steht der Mehrverbrauch. Wegen der geringeren Dichte steigt der Verbrauch bei Autogas gegenüber Benzin um bis zu 20 Prozent - bei häufig nachlassender Motorleistung. Diese Mehrkosten fressen einen Teil der Ersparnis an der Tankstelle wieder auf. Ebenso ist die Suche nach einer Autogas-Tankstelle nicht immer einfach. Zwar gibt es in Deutschland derzeit rund 5500 Gas-Stationen, doch die meisten stehen in den Ballungszentren - auf dem Land kann die Fahrt zum Tanken weit sein. Noch schwieriger ist das Gastanken im Ausland. In Österreich gibt es ganze 13 öffentliche Stationen. In der Schweiz (22 Tankstellen), Slowenien (26) und Spanien (32) sieht es nicht viel besser aus.
Sehr teuer ist nach wie vor die Umrüstung. Hier muss der Fahrzeughalter mit 1500 bis 3500 Euro rechnen, je nach Modell und Motor. Autogas-Problem Nummer 4: Die Umrüstung für Fahrzeuge mit Einspritzanlagen oder Dieselmotor ist noch nicht möglich. Viele Autofahrer klagen nach der Umrüstung vor allem in einer Werkstatt ohne ausreichende Erfahrung über technische Schwierigkeiten. Ist das Gemisch falsch eingestellt, kann die Motorkontrolleuchte zum Dauerärgernis werden. Zudem berichten einige Nutzer über einen unruhigen Motor und über Gasaussetzer bei Volllast. Das Autogas-Problem Nummer 6 hat jeder Nutzer: Der zusätzliche Gastank kostet Platz, wenn er nicht unter dem Wagen befestigt wird. Entweder muss für den Extratank das Reserverad weichen oder der Kofferraum wird um bis zu 200 Liter kleiner.
Zum größten Ärgernis kann Autogas-Problem Nummer 7 werden: Autogas verbrennt mit einer höheren Temperatur. Das belastet die Ventile und Ventilsitze im Motor. Bei Fahrzeugen, deren Ventilsitze nicht ausreichend temperaturbeständig sind, kann es im Gasbetrieb unter Umständen zum Motorschaden kommen. Das gilt besonders dann, wenn das Gasgemisch zu mager eingestellt ist.
Darum will eine Umrüstung auf Autogas gut überlegt sein. Denn selbst ohne technische Probleme amortisiert sich der Umbau erst nach 50.000 bis 70.000 Kilometern. Für Wenigfahrer das Autogas-Problem Nummer 8.
Ob Autogas oder Normalbenzin, der Motor des Autos wird der gleiche bleiben. Hierbei handelt es sich jedoch nicht um einen Linearmotor , sondern in den meisten Fällen um einen Otto-Motor oder einen Dieselmotor. Sollte es während der Fahrt mit diesen Probleme geben, sollte man besser gleich eine Werkstatt ansteuern. Bleibt das Auto auf der Strecke liegen, hilft dann nur noch ein Pannenservice weiter.
Besonders vor einem Urlaub mit dem eigenen Auto sollte man vorzeitig gut recherchieren. Geht die Reise beispielsweise nach Spanien, sollte man nicht nur einen Spanischkurs in Erwägung ziehen, sondern auch eine Karte mit eigetragenen Gastankstellen. Da es in Spanien noch nicht annähernd soviele Stationen gibt wie in Deutschland, kann es von großem nutzen sein die wenigen genau zu kennen. Schließlich will man nur ungern für lange Urlaubsstrecken auf den teuren Sprit umstellen müssen.